Film- und Videoclub Heidenheim e.V.
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Alter-native

von Lutz Krämer, Dezember 2008

Nennt man mich alt, nennt mich Senior,
ich habe keine Angst davor,
ich bin für diese Lebenszeit
nun endlich innerlich bereit.
nimmt Knospen sich ins Objektiv,
die Katze, die im Sessel schlief,
ist Kleinigkeiten auf der Spur
und sieht die Schönheit der Natur.
Des jungen Menschen Sex und Sport,
ist reduziert bis gänzlich fort,
ich trau’re nicht mehr hinterher
und widme mich nun and’rem mehr.
Die Zeit, die mich einst voll verwaltet,
die wird nun meinerseits gestaltet
und heute richtet sie sich nicht
nach Dienst und Arbeit, Muß und Pflicht.
Ich hab’ mehr Zeit zum Zeitungslesen,
bin öfters im Konzert gewesen,
die Hobbies kamen nicht zu kurz
und Soll und Haben sind mir schnurz.
Ist’s Unrecht, wenn man nur so denkt,
der Zukunft kaum Beachtung schenkt ?
Doch dann beruhigt ja auch ein Stück
das Handeln uns’rer Politik
Wenn wer von Umsatzzahlen spricht,
berührt mich dies im Grunde nicht,
das Umsatzplus und mehr Gewinn
das hab’ ich längst nicht mehr im Sinn.
Die Schulden werden angehäuft,
auch wenn das Faß fast überläuft,
das zahlt dann irgendeiner schon,
zwar nicht in uns’rer Gen’ration
Mit Enkeln auf den Spielplatz geh’n
das find’ ich int’ressant und schön,
spazierengeh’n im Sonnenschein
kann etwas Wunderbares sein.
Für uns reicht’s Öl, für uns reicht’s Gas
und brauchen wir mal irgendwas
wird’s irgendwo auf dieser Welt
auf uns’re Kosten hergestellt.
Zum Reisen hab’ ich viel mehr Zeit,
man fährt vielleicht nicht mehr so weit,
denn Deutschland, Öst’reich und die Schweiz
gewinnen deutlich mehr an Reiz.
Der Volksvertreter, der uns lenkt,
in Wahlterminen für uns denkt,
so reicht die Spanne Zeit an sich
für uns’re Zukunft sicherlich
Auch meine liebe Kamera
sieht anders, als sie früher sah,
Rathaus und Kirchen in der Stadt,
die hat sie mittlerweile satt,
Ist’s falsch, ist’s dumm, selbstsüchtig, hart
zu leben für die Gegenwart
nach einem Motto durch das Jahr:
Mach Deine eig’nen Träume wahr.